Einführende Worte

 

 

 

Achte des Funkens der in Dir glüht,

Entfach ihn mit Liebe und Fleiß;

Bis er im Volke zündet und sprüht

Erwarte nicht Ehre noch Preis.

Das Bewusstsein , dass du im Leben

Deinem Volk, als Tochter - als Sohn,

Hast Ansporn und Früchte gegeben,

Sei für Dich der süßeste Lohn.

 


Ursprung

Hans Kipfstuhl wurde am 9. Juni 1891 in Schwabach als Sohn von Thomas und Margaretha Kipfstuhl geboren.

Der Besuch der Volksschule wird oft wochenlang unterbrochen, um barfuss im Wald bei Dechendorf Beeren zu pflücken. „Von früh bis nachts saßen wir um den Tisch und putzten Schafmäulchen oder klaubten Preiselbeeren; denn die Mutter musste die Ware früh in Nürnberg verkaufen.“ 

 

Nach der Schulentlassung 1905 erlernte er die Feingoldschlägerei und kam auf der Wanderschaft über Hof, Leipzig, Berlin und Hamburg mit 18 Jahren nach Pforzheim, wo er bis zur Einberufung zur Matrosen-Artillerie-Abteilung in Kiautschau / China blieb. 1914 wurde er in die Heimat entlassen und fand bei der Firma Hüttlinger als Heizungsmonteur eine Anstellung.

 

Hans Kipfstuhl heiratete 1918 Anna Ott, ein Jahr später wird Sohn Thomas geboren.1952 musste er aus gesundheitlichen Gründen seine Anstellung beenden. Er liebte es, seinen Lebensabend meist in den Wäldern beim „Pfiffersuchen“ zu verbringen.

Am 19.03.1980 verstarb Hans Kipfstuhl in Schwabach.   

                                                             

Sein Interesse für dramatische Dichtungen wurde in den Dreißiger Jahren geweckt. Das 1932 in Schwabach aufgeführte Gastspiel eines Wallenstein-Festspiels inspirierte ihn offenbar für sein erstes Schauspiel „Der schlafende Tod“. Vertreter des Reichskulturamtes verlangten, das Drama in vier Akten umzugestalten. Hans Kipfstuhl lehnte ab und der Urtext wurde daraufhin konfisziert. Aus diesem Grund liegen uns heute nur noch Fragmente vor.

 

Hans Kipfstuhl ließ sich durch diesen Vorfall nicht entmutigen.

Neben seinen zahlreichen Dichtungen, die durch Inhaltsreichtum und formaler Ästhetik überzeugen und somit dem Leser einen unerschöpflichen und ausdrucksstarken Eindruck über sein Schwabach vermitteln, finden sich in seinem Repertoire noch

                                                    

„Die Tochter des Staatsanwalts“ (Schauspiel)              

                                                                                                                             „Der Tote im Strom“ (Kriminalspiel) 

                                                                                                         „Die Weibermusterung in Oberbachstein (Volksstück)

                                             

Seine unerschöpfliche Schaffenskraft und der ungebrochene Wille seine Werke, seine Phantasie sowie seine sprachliche Kunst unter das Volk zu bringen, verhalfen ihn zu weiteren Texten, inspiriert von der Geschichte unserer Region.

 

Hoch interessant fand 1968 Friedrich Bröger vom Institut für Literatur der Stadtbibliothek Nürnberg Hans Kipfstuhls Arbeitsantrieb und Methode.

»Eine ähnliche Lebensphilosophie wie sie hat auch der Wagner’sche Hans Sachs in »Die Meistersinger von Nürnberg.

Es scheint, dass Ihnen die Verse zu fliegen ».

 

Oberbürgermeister Reimann schrieb 1972:

„Ihre Gedanken und Gedichte haben mich bewegt ebenso wie Ihr durch die Zeilen hindurchschimmerndes persönliches Schicksal.

Es sollte erwogen werden, welche Möglichkeiten - auch mit Unterstützung der Stadt ins Auge gefasst werden könnten, Ihr dichterisches Lebenswerk der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und für die Zukunft zu erhalten. (...)“

 

Geschichte

 

1979  Das Vermächtnis von Hans Kipfstuhl

2000  Präsentation der "Heimat-CD"

2005 "Die Hexe von Schwabach" Urauffühurng

2006 "Die Hexe von Schwabach" Wiederaufnahme

2007 "Mein Schwabach im Strom der Zeit" Lesung

2008 "Mein Schwabach im Strom der Zeit" Wiederaufnahme

2010 "Die Hexe von Schwabach" Neuinszenierung

2011 "Die Hexe von Schwabach" Neuinszenierung