***** PRESSE SPIEGEL 2011 *****

Auftakt der „Hexe“- Vorstellungen

Schwabach – Bezirkstagspräsident Richard Bartsch besuchte die Premiere des Dramas „Die Hexe von Schwabach“. Das Hans-Kipfstuhl-Theaters entführt in ein interessantes Kapitel der Schwabacher Geschichte. Bei einem Streifzug durch die Innenstadt, der am „Schönen Brunnen“ beginnt, erlebt das Publikum Szenen vom Leben und Sterben der vermeintlichen Hexe Barbara Schwab. Seit vielen Jahren stellt der Bezirk Mittelfranken eine finanzielle Förderung für das Hans-Kipfstuhl-Theater bereit.

Premiere eines neuen Hexenwerkes

Mittlerweile gehört "Die Hexe von Schwabach" an lauen Sommer- abenden schon fast zur Kulisse des Schwabacher Marktplatzes. Zum 120. Geburtstag des 1980 verstorbenen Heimatdichters und Dramatikers Hans Kipfstuhl führt das Hans-Kipfstuhl-Theater, unter der Leitung von Ingeborg Kipfstuhl und neuer Regie von Stephan Menzel-Gehrke das Stück in diesem Jahr an zwölf Abenden wieder auf. (...) In der überarbeiteten Inszenierung der Freiluft-Aufführung glänzt in den tragenden Rollen das gleiche Ensemble wie im Vorjahr: Diana Schick, Manuela Bauer, Ralf Ahlborn, Stephan Menzel-Gehrke, Jack van Cuusen, Andrea Feuchtenberger und Franz Steiner. Die Nebenrollen sind wieder mit Schwabacher Laien besetzt, die das Stück mit viel Begeisterung abrunden. Theaterleiterin Inge Kipfstuhl freut sich auf das große Ereignis.

                                                              Marlen News 07/2011

Mord in der Goldschlägerstadt

"Die Hexe von Schwabach" begeistert bei der Premiere

 

SCHWABACH - Minutenlangen Applaus gab es für die Schauspielerinnen und Schauspieler sowie den Regisseur Stephan Menzel-Gehrke des Hans-Kipfstuhl-Theaters bei der diesjährigen Premiere des Stücks "Die Hexe von Schwabach". Die weiteren Veranstaltungen bis 17.Juli sind bereits restlos ausverkauft.

 

Die Idee und der unermüdliche Einsatz von Ingeborg Kipfstuhl, das gleichnamige Drama aus dem Nachlass ihres 1980 verstorbenen Großvaters Hans Kipfstuhl auf die Bühne zu bringen, trägt reiche Früchte: Hier wird ein historischer Stoff professionell und spannend aufbereitet. Das Ergebnis hat Festspielcharakter. (...)

 

Die Inszenierung dieses Prozesses durch das Hans Kipfstuhl Theater ist in zweifacher Weise als außergewöhnlich und gelungen zu bezeichnen: Zum einen spielt die rund dreistündige Aufführung an verschiedenen Orten in der Schwabacher Innenstadt und zeichnet die Leidensstationen der Barbara Schwab nach. Zum anderen beginnt das Drama als gewöhnliche Stadtführung, bis der Teufel die Gruppe auf den Weg zum Scheiterhaufen mitnimmt. Dies verleiht dem Stück eine zeitlose Gültigkeit, denn auch heute noch werden Frauen in einigen Ländern wegen angeblicher Verbrechen, wie etwa Ehebruch, öffentlich hingerichtet.

                                                                                  

29.Juni 2011

„Die Hexe von Schwabach“

Ein Grundstock für Festspieltage? Der ungewöhnliche Erfolg des Freilufttheaterstücks

 

SCHWABACH 

Das Stück hat alles, was „großes Theater“ braucht:

Liebe, Verschwörung, Intrige, Eifersucht, Schicksal und ein schlimmes Ende für die Liebenden. Zugleich ist es ein Streifzug durch die Stadt und wirft ein helles Licht auf das dunkle Kapitel

der Verbrennung einer „Hexe“ in Schwabach. Dabei dient die Innenstadt zugleich als Bühne und Zuschauerraum. Das von

Hans Kipfstuhl geschriebene Drama „Die Hexe von Schwabach“ begeistert das Publikum. Und zwar schon, bevor es das Stück gesehen hat, denn alle zwölf Aufführungen sind ausverkauft. Schön für Inge Kipfstuhl, die Chefin des Hans-Kipfstuhl-Theaters, weniger schön für diejenigen, die das Stück noch sehen wollten, aber nun keine Karten mehr bekommen.

Die Premiere am Donnerstagabend lief reibungslos, Berufs-

und Laienschauspieler gaben ihr Bestes. Auch der Volkschor Schwabach und die Sangesfreunde Dietersdorf trugen ihr Scherflein bei zum Gelingen.
Nicht die Szenenbilder wechseln, sondern die Spielorte. Damit

hält das Stück das Publikum ganz schön auf Trab. In insgesamt

drei Stunden Spielzeit (einschließlich Pause) muss es sechseinhalb Stationen bewältigen, an denen die einzelnen Szenen aus dem Leben der „Schwabacher Hexe“ Barbara Schwab gespielt werden. 

 

Die Spielorte liegen zwischen Stadtbibliothek und Bürgerhaus, im Rathaus (Trausaal), im Bürgerhaus, im Apothekersgarten, in der Spitalkirche, an der Schwabach (Zwischenszene) und auf dem Marktplatz. Als einendes Band zwischen den Szenen dient eine Stadtführung durch eine durchaus kundige Stadtführerin.

 

Theatralische Stadtführung

Die Zuschauer bekommen also zwei Dinge geboten: Spielszenen einer unrühmlichen Episode der Stadtgeschichte und eine Führung durch die Innenstadt. Die Führerin beginnt ganz harmlos mit der Erklärung der Sehenswürdigkeiten und schwenkt dann, wenn das Verhängnis für die „Hexe“ Barbara Schwab seinen Lauf nimmt, zunehmend um und erklärt, wie man im Mittelalter mit den der Hexerei Beschuldigten umgegangen ist.

 

Keine Folterszenen

Folterszenen, in denen ein Geständnis erpresst wird, bleiben dem Publikum erspart, doch das Schicksal steht bereits mit der Anschul- digung fest: Tod auf dem Scheiterhaufen. Barbaras Geliebter hält seinen Treueschwur bis zum Ende und springt zu ihr in die Flammen.

 

Die Bigotterie der kirchlichen Hexenjäger wird deutlich durch die Doppelrolle Teufel/Kaplan. Diese Figur schwankt zwischen Macht, gekränkter Eitelkeit, Frömmelei und Triebhaftigkeit, die so weit geht, dass er versucht, Barbara Schwab im Kerker zu verge- waltigen. Die Schäferstochter, die am Ende als Hexe verbrannt wird, hingegen ist eine treue und brave Frau aus dem Volk, die durchaus auch ihre Schwächen hat. Angedeutet wird dies, weil

sie offenbar eine uneheliche Tochter hat. Diese wird ihr mit zum Verhängnis, weil sie vor dem Inquisitionsrat gegen ihre Mutter aussagt.

 

Erinnerung an Hans Kipfstuhl

Hans Kipfstuhl hat mit seinem Drama seiner Heimatstadt ein Denkmal gesetzt, das es durchaus verdient, auf den Sockel gehoben zu werden. Er durfte nicht eine einzige Aufführung erleben. Den Erfolg, den das Stück jetzt genießt, hat er sich wahrscheinlich nicht träumen lassen.

Sein Vermächtnis für die Nachwelt pflegt seine Enkeltochter Inge Kipfstuhl. Ihrer Hartnäckigkeit ist es zu verdanken, dass die „Hexe“ nun zum wiederholten Mal aufgeführt wird. Damit erfüllt sie Hans Kipfstuhls Vermächtnis, denn der Großvater hatte ihr aufgetragen: „Vielleicht schaffst du es für mich eines Tages, unseren Mitmen- schen zu erzählen, wie schön und wichtig mir meine Heimat war.“

 

Die Kombination aus Stadtführung und Stadtgeschichte in Spiel-

Szenen bietet einen interessanten Stoff. Damit erinnert das Stück an Dokumentarsendungen im Bildungsfernsehen, die genau dem Schema entsprechen.

 

Chance für Schwabach

„Wallenstein in Altdorf“, die „Nibelungenfestspiele in Worms“, die „Ansbacher Rokoko-Festspiele“, „Wagner-Festspiele“ in Bayreuth, „Jedermann“ & Co. In Salzburg, die „Passion“ in Oberammergau … „Die Hexe von Schwabach“ hat das Zeug zum Festspiel.

Andere Städte machen weit mehr aus viel dürftigeren Vorlagen. Hans Kipfstuhls Drama könnte Schwabach bekannter machen und den Grundstock legen für Schwabacher Festspieltage oder -wochen. 

 

                                               GUNTHER HESS 11.06.2011

       
 

„Kipfstuhls Vermächtnis“

Premiere zum Geburtstag

 

Ab Donnerstag wird an zwölf Abenden im Juni und Juli wieder ein buntes Völkchen Schauspieler mit einer guten Hundertschaft Zuschauern im Schlepp durch die Stadt ziehen. Das Hans-Kipfstuhl-Theater führt erneut das historische Drama „Die Hexe von Schwabach" nach einer Vorlage von Hans Kipfstuhl auf. Damit pflegt Ingeborg Kipfstuhl, Enkelin des am 19. März 1980 verstorbenen Heimatdichters Hans Kipfstuhl, das Vermächtnis ihres Großvaters.

Eine Aufführung seiner „Hexe" durfte Hans Kipfstuhl nicht mehr erleben. Die neue Reihe der „Hexe von Schwabach" beginnt am 9. Juni, auf den Tag genau 120 Jahre, nachdem Hans Kipfstuhl geboren wurde. Dass das Stück nun seine dritte Inszenierung erleben darf, ist dem Engagement und der Beharrlichkeit seiner Enkeltochter Inge Kipfstuhl zu verdanken (...)
Eine „Stadtführerin" nimmt das Publikum mit auf einen kleinen Streifzug durch die Stadt, an verschiedenen Stationen spielen die Akteure Schlüsselszenen vom Leben und Sterben der „Hexe" Barbara Schwab. Die Regie führt diesmal Stephan Menzel-Gehrke, der zugleich eine der Hauptrollen spielt.


Wie im vergangenen Jahr werden wieder Berufsschauspieler in den
Hauptrollen zu erleben sein, Schwabacher wirken in Nebenrollen mit. Hinzu kommen die Kinderschar und Engel. Den musikalischen Rahmen steckt Multi-Instrumentalistin Anne Adler. Der Volkschor Schwabach und die Sangesfreunde Dietersdorf singen am Schönen Brunnen und haben innerhalb der kommenden fünf Wochen dadurch mehr Auftritte als sonst das ganze Jahr über. Viele Sängerinnen spielen auch mit als Wasch- und Ratschweiber.


Hans Kipfstuhls Stück „Die Hexe von Schwabach" arbeitet ein trauriges Stück Schwabacher Heimatgeschichte auf. Es sind Szenen vom Leben und Sterben der Barbara Schwab, die am 24. September 1505 als erste Hexe im Markgraftum Brandenburg-Ansbach wegen „Trutterey" verbrannt wurde. Unter brutaler Folter hatte sie die Hochzeit mit dem Teufel und mehrfachen „Schadenszauber" gestanden, dieses Geständnis aber kurz vor der Hinrichtung widerrufen. Vergeblich. Hintergrund der Hexenjagd war unter anderem, dass damals Franken von der Pest heimgesucht wurde. Der in ganz Europa grassierenden Epidemie fiel wahrscheinlich ein Drittel der Bevölkerung zum Opfer. In Schwabach suchte und fand man einen Sündenbock: Barbara Schwab.


Erstmals wurde die „Hexe" 2005 aufgeführt, 500 Jahre nachdem Barbara Schwab auf dem Scheiterhaufen starb (...)
Heuer sind es zwölf - bereits restlos ausverkaufte - Aufführungen.

 

                                                    GUNTHER HESS 08.06.2011